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April | Woche 16
von Hildegard Schwaninger
Am Sechseläuten ist die Kronenhalle (neben der Savoy Bar) eines der Hauptquartiere der Zünfterfrauen und solcher, die es werden wollen. Wer die Zünfter zwischen Umzug, Böög-Verbrennung und Abendessen näher betrachten will, geht am besten in die Kronenhalle. Dort zeigt sich jeder.
Wie geht es eigentlich Verena Gerhartz, fragen viele Stammgäste. Die Enkelin der legendären Hulda Zumsteg, die ihrer Grossmutter immer ähnlicher wurde, von Tisch zu Tisch ging, ihre Honneurs machte und gerne Witze erzählte, kommt nicht mehr ins Lokal. Sie war krank, lange in der Reha in Wald, jetzt wohnt sie einen Steinwurf vom berühmtesten Restaurant der Stadt entfernt an der Grenze zum Oberdorf. Sie ist beliebt bei den Gästen, selbst ihr Onkel Gustav Zumsteg, der eine sensible Künstlerseele war, konnte ihrem drallen Charme nicht widerstehen. Heute ist die Familie Zumsteg nur noch im Bild von Varlin, das die Patronne Hulda Zumsteg überlebensgross zeigt, präsent.
Just unter diesem Porträt sass Marcel Ospel (Abb.) letzte Woche. Er sitzt ja, wenn er in Zürich ist, fast jeden Abend in der Kronenhalle. Ein Herr am Nachbartisch konnte sich die Bemerkung nicht verkneifen. «Der Mann hat Nerven! 40 Milliarden in den Sand gesetzt, und sitzt hier, als wäre nichts geschehen.» Das dachte sich wohl mancher, und beobachtete den Bankier scharf. Auffallend: Ospel, der sonst gern dem Whisky zuspricht, trank keinen Tropfen Alkohol, nur Mineralwasser. Der Beobachter: «Wahrscheinlich Medikamente.» Tranquilizer gegen den Stress? Zigaretten rauchte er viele. In Zürich ist ja das global um sich greifende Rauchverbot noch nicht durchgesetzt. Ospel sass zusammen mit Fredy Collioud, dem Verwaltungsratspräsidenten von Publicis Schweiz. Die Werbeagentur, in deren Verwaltungsrat auch Sacha Wigdorovits, der Lebenspartner der Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre, und Max Wiener und Jörg Zinsli sitzen. Was hatten die beiden wohl zu besprechen? Lässt sich Marcel Ospel von der «auf schnelle und wirkungsvolle Kommunikation in Change- und Krisensituationen» (Website) spezialisierten Publicis ein neues Image verpassen? Auf ihrer Website gibt Publicis ihr Credo bekannt: «Die Wahrheit, die ganze Wahrheit, nichts als die Wahrheit! Widerspruchsfrei kommuniziert gegenüber allen Stakeholdern.»Werden wir bald die Wahrheit erfahren über die 40 in den Sand gesetzten Milliarden?
The Club of Clubs
Alle reden vom The Dolder Grand, doch auch im Hotel Baur au Lac tut sich einiges. Im Zuge einer Erbteilung gehört der Nachtclub Diagonal ab Juli 2008 nicht mehr zum Hotel. Das Diagonal, 1972 vom visionären Charles Kracht, dem Vater des heutigen Baur au Lac-Besitzers Andrea Kracht, gegründet, hat sich 35 Jahre lang als Nachtclub Nr.1 in Zürich behauptet. Kaufleuten, Mascotte etc. konnten dem Diagonal seinen Status nicht streitig machen. Das Geheimnis: Der Club, nur für Clubmitglieder und Hotelgäste, schaffte es, elitär zu bleiben. Zwar haben sich auch hier die zigarrekauenden Plutokraten mit den abenteuerlustigen Ukrainerinnen breitgemacht (ganz kann man die Globalisierung nirgendwo aufhalten), aber vor allem gehört der Club den einheimischen Hedonisten, und das quer durch die Generationen. Hier ist das Jagdrevier der lokalen Don Juans, nirgends gibt es so viele schöne Mädchen auf einem Fleck, hier treffen sich auch Geschäftsfreunde, Liebespaare und wer sonst noch abends unterwegs ist, auf einen Schlummertrunk. Unter dem Management von Michael Haimburger ist das Diagonal in besten Händen. Charles Roulet, Cousin von Andrea Kracht, ist als VR-Delegierter der Villa Rosau AG neu verantwortlich. Beim in der Villa Rosau domizilierten Club Baur au Lac ändert sich, da nicht in die Strukturen des Hotelbetriebs integriert, nichts. Seine Geschicke obliegen einem neunköpfigen Komitee unter der Präsidentschaft von Dr. Egon Zehnder.
Das Hotel Baur au Lac, seit 160 Jahren Platzhirsch unter den hiesigen Luxusherbergen, wurde vor knapp zehn Jahren für 70 Millionen saniert, nur folgt eine weitere Erneuerung. Opfer des Umbaus wird die Boutique von Beatrice Dreher, die im Juni ausziehen muss. Jetzt macht sie Ausverkauf zu Schleuderpreisen. Respektive, was die im obersten Luxussegment beheimatete Modelady unter Schleuderpreisen versteht.
Euro 08
Noëmi Nadelmann, Zürichs populärste klassische Sängerin, übt zurzeit die Nationalhymne.
Sie ist Stargast an der Eröffnung der Euro 2008 und singt dort – unter anderem - die Schweizer Nationalhymne. Glückliche Noëmi: Sie bekommt, neben der Gage, etwas, was Tausende wollen: drei Karten für das Eröffnungsspiel. Begleitet wird sie von Tochter Jamileh und ihrem Manager Teddy Gerstel.
Kommentare:
tscomk, 12.08.2010, 11:37
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shopast, 12.08.2010, 8:56
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qotqlutvbjs, 12.08.2010, 6:00
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yjjbomphrfi, 12.08.2010, 0:32
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