|
September | Woche 35 Bligg's Auftritt am Hirschenplatz |
August | Woche 34 |
| JANUAR | | | FEBRUAR | | | MÄRZ | | | APRIL | | | MAI | | | JUNI | | | JULI | | | AUGUST | | | SEPTEMBER | | | OKTOBER | | | NOVEMBER | | | DEZEMBER |
| ARCHIV | ||||||||||||||||||||||
Juli | Woche 31
von Hildegard Schwaninger
Meret Hebeisen schwang früher das Käsemesser bei «Chäs Hebise», doch nun gehört sie zum Opern-Establishment. Ihre Schwiegertochter ist die Opernsängerin Elena Mosuc (Bild), und da sich deren Karriere schwungvoll bewegt, muss die Besitzerin des einst beliebten Käsegeschäfts am Rennweg viel reisen. Mit ihrem Mann Walter Hebeisen, der zum Zürcher Bürgertum gehört (Zünfter bei der Stadtzunft Zürich), sitzt sie diesen Sommer in der Arena Verona, wo Elena Mosuc in «Carmen» die Rolle der Micaela singt. Nach Japan, wie Mosuc in «La Traviata» Ovationen bekam, war es den Hebeisens dann doch zu weit. Die Sopranistin kommt aus Rumänien (früher war sie Lehrerin), ihr Mann Christoph Hebeisen ist Rechtsanwalt, und eine tragende Säule des Zürcher Opernchors. Der Käse ist in der Familie Hebeisen Vergangenheit. Elena Mosuc eröffnet als Titelheldin in Donizettis «Lucia di Lammermoor» im September am Zürcher Opernhaus die Saison.
Geburtstag-Fest
Eine Einladung zu seinem «runden» Geburtstag verschickt Kultur-Allrounder Christian Jott Jenny. Er wird 30. Jott Jenny, der einerseits als Sänger selber auf der Bühne steht (siehe Notizen zu Namen «Junger Tenor kämpft für das Lied») und anderseits Konzerte und andere Veranstaltungen organisiert, feiert am 8. August in St. Moritz im Dracula Club. Jott Jenny hat einen Hang zur Prominenz, und so kommt ihm die Nähe zu Rolf Sachs sehr entgegen. Rolf Sachs ist begabter und erfolgreicher Designer, doch mit seinem Vater Gunter Sachs teilt er das Schicksal, dass er das Image eines Jet Setters nicht loswerden kann und deshalb als Künstler kämpfen muss, um ernst genommen zu werden. Gunter Sachs ist studierter Mathematiker und anerkannter Fotograf, doch die Mehrheit hält ihn immer noch für einen Erben und Playboy. Soviel zu Vorurteilen. Rolf Sachs hat von seinem Vater das Präsidium des Dracula Club übernommen. Jott Jenny hat eine Firma, die sich «Amt für Ideen» nennt, und ist Organisator des «Festival da Jazz», das bis 16. August im Dracula Club in St. Moritz stattfindet. Am 9. August tritt George Gruntz auf, für den Jott Jenny kürzlich eine Plattentaufe im Schiffbau veranstaltete.
Kunst-Parcour
Es ist vollbracht! Zwei Jahre lang hat die Kunsthistorikerin Dr. Angelika Affentranger-Kirchrath mit ihrem Team gearbeitet, um den Kunstparcour Arte Bregaglia zu schaffen. Bregaglia ist das italienische Wort für Bergell, der Parcour geht von Maloja bis Chiavenna. Werke von 13 Künstlerinnen und Künstlern sind ausgestellt. Von Künstlern, die das Bergell oft besucht und erwandert haben und nun einen Sommer lang Werke zeigen, mit denen sie den speziellen Realitäten im Tal begegnen. Wer den Parcour zu Fuss erwandern will, braucht zwei bis drei Tage. Man kann aber auch mit dem Postauto fahren oder mit dem eigenen Wagen. Unter den Künstlern, die ausstellen, sind Roman Signer, Rémy Markowisch, Simone Zaugg, Olaf Nicolai, Bethan Huws. Mitgearbeitet als Co-Kuratorin hat auch Patrizia Guggenheim, die Tochter des Künstlers Varlin, die in Bondo lebt, wo sie mit ihrem Vater und seiner Frau Franca aufgewachsen ist. Die Vernissage war ein grosses Fest. Circa fünfhundert Besucher schauten und staunten, vor allem nachts, als man auf der Wiese in der Müraia in Promontogno, unter dem Sternenhimmel Barbecue ass und tanzte (Musik: Homo Humus). Nachts erstrahlt der Parcours besonders eindrücklich. Unter den Gästen: Raymond Meier, der international bekannte Modefotograf, der in Soglio und New York lebt, der vor Ort die Fotos für den Katalog aufnahm. Sowie Politiker und Kulturbeauftragte aus Italien und der Schweiz.
Angelika Affentranger-Kirchrath ist promovierte Kunsthistorikerin, kürzlich gestaltete sie in Lugano im Museo Cantonale d’Arte eine Ausstellung von Alexej von Jawlensky. Jetzt ist sie Kuratorin in der Villa Flora in Winterthur. Ihr Anliegen mit Arte Bregaglia: «Für einmal die Kunst herausholen aus Museen und Galerien und in einen unmittelbaren Dialog mit einer Gegend führen. Das Bergell verändert die Erscheinung der Kunst, die Werke ihrerseits setzen die Realitäten des Tals in ein neues Licht.»
Opern-Karriere
Der Dirigent Franz Welser-Möst, dem die ganze Liebe des Zürcher Opernhaus-Publikums gehörte, als er hier Generalmusikdirektor war, brilliert zurzeit an den Salzburger Festspielen. Er dirigiert «Rusalka» von Antonin Dvorak (Regie führen der Schweizer Regisseur Jossi Wieler und Sergio Morabito). Premiere ist am 17. August, alle Vorstellungen waren im Nu restlos ausverkauft. Welser-Möst spielt mit dem Cleveland Orchestra, dem er bis 2018 als Chefdirigent verpflichtet ist. In einem Interview mit den Salzburger Nachrichten nennt Welser-Möst, der zukünftige GMD der Wiener Staatsoper, das 1918 gegründete Cleveland Orchester, das vor ihm 18 Jahre lang von Christoph von Dohnanyi geleitet wurde, seine «symphonische Heimat».
Kommentare:
Kommentar schreiben