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Oktober | Woche 42
von Hildegard Schwaninger
Man würde gar nicht glauben, wie viele Sängerinnen, die auf den internationalen Opernbühnen Karriere machen, Schweizerinnen sind. Die meisten durch Heirat. Ausnahmen sind Noemi Nadelmann (Bild), die in Zürich geboren und aufgewachsen und echte Schweizerin ist (gerade feierte sie in Peking Triumphe als Marschallin in «Rosenkavalier» mit der Deutschen Oper Berlin). Und Heidi Zehnder, die hübsche Tochter des Zürcher Patriziers Egon Zehnder (er ist Constaffel-Herr, Headhunter und einer der Big Shots des Zürcher Establishments), ist eine brauchbare Mezzosopranistin, hat aber jetzt als Ehefrau und Mutter von drei Söhnen die Rolle ihres Lebens gefunden.
Wenige wissen, dass auch Vesselina Kasarova, eine der ganz grossen (wenn nicht die grösste) Sängerinnen unserer Zeit, Schweizerin ist. Die geborene Bulgarin ist mit Roger Kaufmann, einem jungen Schweizer Oekonom, verheiratet. Elena Mosuc, auch mit Siebenmeilenstiefeln auf dem Weg zum Weltstar, ist Schweizerin dank dem Juristen Christoph Hebeisen. Margaret Chalker ist Schweizerin, weil sie Till Haberfeld geheiratet hat, den ex-Mann von Dame Gwyneth Jones, der Waliserin, die mit dem Dirigenten Adrian Müller bereits den zweiten Schweizer Ehemann hat.
Und jetzt bekam auch Martina Jankova, einer der Lieblinge des Zürcher Publikums, den Schweizer Pass. Die Sopranistin aus Tschechien, die in der «Don Giovanni»-Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf auch in Unterwäsche gute Figur machte, heiratete Rudolf Menzi, den in Glarus aufgewachsenen Kommunikationschef des Bundesamts für Raumentwicklung. Er ist im Department von Bundesrat Moritz Leuenberger. Bei der Hochzeit in der Bürglikapelle in Glarus stellten die Gäste (unter ihnen die Opernstars Thomas Quasthoff, Peter Straka, Katharina Peetz), fest, dass Jankovas Ehemann seinem Chef unglaublich ähnlich ist. Er sieht aus wie der Bundesrat, er bewegt sich wie der Bundesrat – nur dreissig Jahre jünger.
Rudolf Menzi und Martina Jankova haben einen wenige Wochen alten Sohn. Andri Moritz. Anlässlich der Hochzeit fand auch die Taufe statt.
Martina Jankova gibt im März 2009 ihr USA-Debüt. In Cleveland singt sie die Susanna in Mozarts «Nozze di Figaro». In dieser Rolle steht sie in Zürich neben Erwin Schrott auf der Bühne. Der aus Uruguay stammende Bassbariton (Jahrgang 1972) verzauberte mit seiner Stimme und seinem atemberaubenden Aussehen die Zürcherinnen. Seine Attraktivität hat sich noch potenziert, seit er der Vater des Sohnes Tiago Arua von Anna Netrebko ist. Die Russin Anna Netrebko ist übrigens Oesterreicherin.
Jazz im Dolder Grand
Wem The Dolder Grand am Herzen liegt, der macht sich Sorgen. Denn das Hotel ist sehr leer. Ob man das Hotel morgens, mittags oder abends besucht, man ist fast stets allein auf weiter Flur. Direktor Thomas Schmid gibt sich gelassen: «Man muss uns Zeit geben.» Nun, das Hotel ist seit April geöffnet. Besitzer Urs Schwarzenbach liess schon vor Monaten verlauten, er könne das Hotel zu einem höheren Preis verkaufen als ihn der Bau kostete. Dieses Szenario freut uns nicht. Man stelle sich vor: Der Sultan von Brunai, der ja 100 Milliarden besitzen soll (ob Dollars, Franken oder Euro ist auch schon egal), kauft das Dolder Grand für 1 Milliarde. Er kommt mehrmals im Jahr zum medizinischen Check-up in die Schweiz. Mit einer mehrere hundert Kopf starken Entourage. Der Sultan könnte das Dolder Grand kaufen und als Privathaus und Playground für sich und seine Freunde nutzen. Die Zürcher könnten dann freilich nicht mehr hingehen. Diesem Szenario entgegenwirken wollen viele und besuchen ab und zu das Hotel. Der begnadete Jazzpianist und Alt-Werber Robi Weber will auch tatkräftig beitragen, um das Dolder Grand mit Leben zu füllen. Jeden ersten Dienstag im Monat spielt er mit seiner Band, dem Robi Weber Quartett (Thomas Dobler Vibraphon, Kalli Gerhards Bass, Curt Treier Drums), in der Bar. Die Bar war bis auf den letzten Platz besetzt (vor allem mit Aerzten), als das Quartett kürzlich gastierte, mit dem Weltklasse-Saxophonisten George Robert als Gast. Der nächste Auftritt am 28.Oktober ist wieder vielversprechend. Gast ist die Jazzsängerin Alexia Gardner.
Jeden Mittwochabend spielt Robi Weber Piano Solo in der Lounge im «Meylenstein» im Tiefenbrunnen.
Hello Billy Jones!
Auf den Tag, wo seine Zeit in der Kronenhalle zu Ende geht, ist William Francis Jones (er wird nächstes Jahr 60) bestens vorbereitet. Jones ist, nach dem obersten Boss Andreas Wyss (Geschäftsführer und Delegierter des Verwaltungsrats), mit Herrn Carigiet und Herrn Senn, als Chef de Service der entscheidende Mann, wenn man einen guten Platz will. Nach seiner Pensionierung will Jones das werden, was viele seiner Gäste sind: ein Star. Er singt, und wird als Billy Jones Konzerte geben. Er setzt die Latte hoch. Sein Vorbild ist Frank Sinatra, er plant bereits Auftritte mit Pepe Lienhard und fachsimpeln tut er mit seinem Stammgast: Sänger Udo Jürgens.
Kommentare:
bohgnkefsd, 12.08.2010, 8:21
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