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Mai | Woche 19 Stadtpräsidentin Corinne Mauch debutierte an der Europride 09. |
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Mai | Woche 19
von Hildegard Schwaninger
Christian Jott Jenny ist 31 und ein junger Mann, der sich einen Platz im Leben zu sichern sucht. Er ist Sänger und gründete in Zürich die Schubertiade, trat dort (in der Alten Kirche Witikon) selber auf, doch Schubert-Sänger gibt es viele, und Jenny will einzigartig sein: Also erfand er die Figur des Leo Wundergut (Bild) und als solcher tingelt er nun durch die Welt. Er nennt sich Gesellschafts-Tenor, sein Markenzeichen sind der weisse Smoking und die altmodische Brille (von der er sicher ist, dass sie bald wieder «in» sein wird).
Auf der VIP-Party zur Eröffnung der Europride 09, im Papiersaal in Sihlcity, war er als Special Guest geladen. Michael Rüegg, Mediensprecher der Europride (ein schöner grosser Mann!), ist nämlich sein Texter. Er schreibt die poetischen Lieder, die Leo Wundergut singt. Leo Wundergut liess seine Freundin Selina zuhause und so gingen wir zusammen an die Europride. Selina Messerer ist ein wunderhübsches Mädchen, Primarlehrerin, ihr Vater ist der Juwelier Beat Messerer, der die Eheringe für Ruedi Sprüngli und Maya Sprüngli-Stutz (Schwester des allseits bekannten Andi Stutz) schuf, ihre Mutter Karin Messerer ist Bibliothekarin.
Wenn die Europride, das Megafest der Pink Society, nach fünf Wochen (218 Anlässe, 51 Partys) zu Ende geht, wird Leo Wundergut an der Schlussfeier im Technopark singen. Vorher singt er noch im Vatikan. Er ist mit seinen Gesangskollegen Ernst Müller-Thurgau und Benedetto Rubini Showblock am Sacco di Roma, der Vereidigung der Schweizer Garde. Mittwoch hat er (übrigens Protestant) seinen grossen Auftritt im Petersdom. In Rom wohnt Wundergut im Hotel Victoria, wo Henry Hunold, einst Chef des Grandhotel Dolder, als Direktor waltet.
Anwesend im Papiersaal war natürlich die neue Stadtpräsidentin Corinne Mauch (Bild, alle wunderten sich, wie klein und zierlich sie ist) mit ihrer Partnerin Julia Müller
(ex-Kulturbeauftragte der Stadt Zürich).
Regierungsrat Markus Notter,
begleitet von seiner Frau, der Raumplanerin Esther Arnet, hielt die
Europride-Eröffnungsrede, in der er für nicht mehr und nicht weniger
plädierte als für «Menschenrechte».
Sänger Michael von der Heide (Bild) trat
auf, es gab tosenden Applaus. Er ist sehr sexy - und er weiss es.
Auch
anwesend: Nationalrat Hans Peter Portmann, Schriftsteller Hugo
Loetscher, Netzwerker und Bonvivant Max Wiener, Portfolio-Manager Beat
Schlagenhauf, Nationalökonom Luzius Sprüngli, Nationalrat Mario Fehr
mit seiner Partnerin, alt-Nationalrätin Anna Maria Riedi (war
Initiantin des kantonalen Partnerschaftgesetzetzes).
Café au fête!
Das Café Felix braucht die Konkurrenz von Péclard, wie die Conditorei
Schober jetzt heisst, nicht zu fürchten. Es ist Platz für beide. Ein
Augenschein zeigt, dass beide Lokale sehr besucht und gemütlich sind,
Schleckermäuler haben ihr Arkadien gefunden. Felix Daetwyler hat eine
treue Kundschaft. Für private Partys ist das Café am Bellevue beliebt.
Lulu Berner gibt demnächst ein Fest in memoriam ihres geliebten
Ehemanns Andy Berner, Gründer des Zürcher Jazzfestivals. Nachher geht
man ins Arthouse Piccadilly und schaut sich Andys Lieblingsfilm an. Im
September haben die Bundesräte Moritz Leuenberger und Doris Leuthard
das Café Felix für ein Fest reserviert.
Danke, Anna!
Der Auftritt von Anna Netrebko in Zürich war ein voller Erfolg. Das
Opernhaus dreimal knallvoll, in der Intendantenloge sass TV-Liebling
Kurt Aeschbacher, Kathrin Martelli war da, Tonhalle-Direktor Elmar
Weingarten und Zürichs High Society.
Nur mit Juan Pons, der am ersten
Abend den Vater Germont sang, hatte man etwas Pech. Der Grund wurde
jetzt bekannt. Der Sänger hatte zehn Tage vor seinem Auftitt eine
Bybass-Operation, was er dem Opernhaus verschwieg (er wollte jung und
gesund sein), was sich aber beim Singen nicht verheimlichen liess. Juan
Pons flog dann zurück nach Menorca, der bulgarische Bariton Vladimir
Stoyanov sprang ein - und alles war gut.
Auch der Juwelier Chopard kam
auf seine Kosten. Die Netrebko in vollem Strahlenglanz trug ein Collier
ihrer Sponsorenfirma um den Hals, von dem jede Frau dachte, so eins
möchte sie auch. Zweck erfüllt! Nun ist man neugierig, in welcher
Rolle La Divina Netrebko als nächstes in Zürich auftreten wird. Madame
Butterfly, die nächste Saison in einer Neuinszenierung gezeigt wird,
wird es nicht sein.
Regisseur Grischa Asagaroff besteht für diese Rolle
auf einer asiatischen Sängerin. Lucia di Lammermoor? Manon Lescaut? Am
Donnerstag gibt Alexander Pereira den Spielplan bekannt, da werden wir
es erfahren. Die Zürcher Opernfans sind jetzt schon heiss darauf, die
Kasse zu stürmen.
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