Notizen zu Namen

Mai | Woche 20

Sex and the Ctiy


von Hildegard Schwaninger

Warum gibt s in Zürich so viele 30plus-Frauen, die keinen Mann finden? Nun, sie schätzen ihren Marktwert ein paar Stufen zu hoch ein und suchen jenseits ihrer Möglichkeiten. Der Mann muss schön sein wie Adonis, gescheit wie Einstein, und reich wir Roman Abramovich (aber bitte vor dem Crash!). Wenn er auch noch Klavier spielt wie Lang Lang, umso besser! Nun sitzen diese Frauen im «Kaufleuten» oder in der «Seerose» (bei Regen ist es dort besonders schön). Der einzige Mann, der besonders nett ist und gut aussieht, ist Lokalbesitzer Thomas Krebs. Doch der hat leider einen Freund. Also schielt man nach den MBAs - married, but available (Männer, die verheiratet, aber verfügbar sind).
 
Zu solch scharfen Beobachtungen inspirierte mich «Sex and the City» -Autorin Candace Bushnell (Bild) mit ihrem neuen Roman «One Fifth Avenue», wo sie Irrungen und Wirrungen der beiden Supermächte Eros und Geld in New York beschreibt. Warum nicht mal schauen, was in Zürich auf diesem Gebiet los ist? Zwei Charaktere im Buch sind Klatschkolumnisten, deshalb ist es besonders interessant!

Wo sitzen in Zürich die schönen Frauen? In der Lobby oder Bar des Park Hyatt. Russinnen in der Ueberzahl!  Deshalb verkehren Männer wie Starmediziner Victor (Vicky) Hofmann (war ein berühmter Onkologe und widmet sich jetzt mehr den Freuden des Lebens) oder Immobilien-Unternehmer Oliver Wolfensberger (seit seiner Scheidung von Aurélie ist es still um ihn geworden), wenn sie nach langen Ehen unverhofft wieder Singles sind, dort so gern.

Warum haben so viele Männer um die 50 Freundinnen, die ihre Töchter sein könnten? Weil man als alleinstehender Mann leichter eine 25-jährige kennenlernt als eine 40-jährige. Die jungen Frauen gehen abends aus und hängen in den Lounges. Und sind unbeschwert kommunikationsfreudig. Die Frauen um die 40 sind meist unsichtbar. Entweder sind sie an geschäftlichen Cocktailpartys und networken an ihrer Karriere oder sie sitzen daheim und wickeln ihre spätgeborenen Babys. Oder sie sind beim Yoga, um sich selbst zu finden, oder beim Pilates, um den Ehemann zu halten. Dass junge Mädchen ältere Männer lieben, kommt in den besten Familien vor.

Emilie George, die begabte Modeschöpferin und  Tochter des Star-Chirurgen Cédric George, (ihr Onkel ist der Publizist Roger de Weck, Bild), erwartet ihr erstes Kind von einem Mann, der ihr Vater sein könnte.

Die neureichen 50plus-Frauen sitzen in ihren alarmanlagegesicherten Villen oder in überteuerten Trend-Lokalen und halten Damenkränzchen ab, die sie Ladies’ Lunch nennen.  Verschwörerisch stecken sie über Champagnergläsern die Köpfe zusammen und hecheln über Lieblingsfeindinnen und andere Themen: Ex- und Ehemänner, Schönheits-Operationen, Kleider, Schmuck, Friseure. Für Damenrunden geben sich die Frauen mit ihrem Styling besonders Mühe, denn das Urteil der Freundinnen ist gnadenlos.

Was machen eigentlich so die Männer? Sie sitzen beim Frühstück im «Sprüngli». Fast täglich dort: Weltwoche-Chef Roger Köppel. Leider gilt oft die Regel: Je besser der Anzug, desto schlechter der Job. Die Männer um die 50 haben drei Gesprächsthemen: Geld, Gesundheit, Golf. Die G-Machos! Für Männer, interessanterweise auch für jüngere, gilt: über Frauen reden sie selten.
Ja, und noch was: Noch nie hat man auf der Strasse so viele glückliche Paare gesehen. Juhuiiii, es ist EuroPride 09! 



Happy Birthday - Dolder Grand!


Stahlend empfing Urs E. Schwarzenbach die grosse Gästeschar, die zur Präsentation des Buchs The Dolder Grand in sein Hotel pilgerte. Es war der erste sommerliche Tag, man stand auf der Terrasse, genoss den Blick in die Berge.

Der Band ist dick, kostet 199 Franken, und Schwarzenbach wurde um Autogramme gebeten, als wäre er die Netrebko. Auf die Frage, ob auch er Opfer der Finanzkrise sei, meint er: «Natürlich habe ich viel Geld verloren. Aber ich bin froh, dass ich dieses Hotel habe und das Geld nicht bei Madoff investiert.» Das Konzept von Hotelmanager Thomas Schmid, man müsse dem Hotel Zeit geben, um Erfolg zu haben, scheint aufzugehen: The Dolder Grand ist immer besser besucht, das Clubsandwich ist (neben dem in der «Savoy»- Bar) das beste der Stadt.

Anwesend bei der Buchtaufe waren auch die ehemaligen Verwaltungsräte Martin Candrian und Silvia Affolter (Bild). Sollte es da je Turbulenzen gegeben haben, war niemandem etwas anzumerken. Ein Geheimnis des unergündlichen  Schwarzenbach ist, dass er auch mit Menschen, mit denen er einmal Differenzen hatte, in Harmonie weiterleben kann.


 

Kommentare:


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