Notizen zu Namen

Mai | Woche 21

Die Sorgen des Rudi Ratlos


von Hildegard Schwaninger

Rudi Bindella jun. (Bild) schaute nicht gerade glücklich drein, als bei ihm in der Casa Bar kürzlich Hugo Bütler, ehemaliger NZZ-Chefredakteur, über Michel Montaigne sprach (eine Veranstaltung der umtriebigen Networkerin Olivia Bossart).

Der älteste Sohn von Rudi Bindella, leitet die Casa Bar. Fingernägel kauend und gelangweilt sass er an der Theke, während Bütler über den Schriftsteller des 16. Jahrhunderts referierte. Sorgen? Wenig Spass an der Philosophie? Oder Ärger, weil der Vater wieder geheiratet hat?

Rudi Bindella, 60, ehelichte Barbla Schaerer, eine PR-Frau, Unternehmerin in Kommunikation (Gate Communication). Die attraktive Frau Mitte vierzig realisierte die Kampagne für den Bindella-Weinhandel. Die beiden kennen sich seit zwei Jahren. Der Klatsch über die neue Bindella-Ehe blüht. Die vier Söhne sollen nicht begeistert sein. Feuer im Dach!

Rudi Bindella dementiert energisch: «Mit meiner Familie bin ich in bestem Einvernehmen.» Ex-Ehefrau Christa Bindella, von der er seit 2007 getrennt ist, ist in der Firma für Mitarbeiter-Schulung und Immobilien zuständig.



Champus für Marc Rich


Das Opernhaus rühmte sich, dass es für Anna Netrebko kein Extrawürste gäbe (Was wären die Extrawürste wohl gewesen?). Man hat es nicht nötig, vor Stars zu kriechen, gleiches Recht für alle, egal wie hoch der Status. Man registriert die demokratische Haltung, wundert sich aber, dass es ganz anders aussieht, wenn es um reiche Sponsoren geht. Da sitzt an der «Agrippina»-Premiere in der Loge mit Alexander Pereira der umstrittene Rohstoffe-Milliardär Marc Rich (Bild). Eine Blondine neben sich und ein Glas vor sich. Und trinkt während der Vorstellung Champagner! Wie zu Zeiten Marie Antoinettes!

Gut, Pereira und Marc Rich sind alte Freunde, verbrachten gemeinsame Yacht-Ferien im Mittelmeer, dennoch: Unvorstellbar, dass jemand anderer sein Weinglas mit in die Loge nimmt! In der Loge vis-à-vis sass Bundesrat Moritz Leuenberger, mit Ehefrau Gret Löwensberg und ohne Champagner. Was mag der Sozialdemokrat wohl gedacht haben ob solch feudaler Sitten? Uebrigens: Pereira hat seine Pygmalion-Aufgabe an Daniela Weisser perfekt erfüllt: aus dem Erotikmodel ist eine Dame geworden.



Wer kennt art-tv.ch?


«Hand aufs Herz, haben Sie einmal art-tv.ch angeklickt, vor Sie auf diese Party eingeladen waren?», fragte TV-Moderatorin Sabine Dahinden die Stadtpräsidentin. Corine Mauch konnte mit Ja antworten. Sie hat Felix Schenker (Bild), den Gründer des Internet-Fernsehen für Kultur, schon früher bei einem Nachtessen kennengelernt.

Jetzt feierte Schenker («Die Kultur ist meine Heimat») den 5.Geburtstag seines Senders mit einer Party in der Hochschule der Künste (Museum für Gestaltung). Laut Roy Oppenheim, Präsident von art-tv, wird der Sender 60’000 mal pro Woche angeklickt.

Corine Mauch besticht durch ihre Authentizität, sie wirkt locker und fröhlich, ihr flogen alle Herzen zu, als sie erzählte, dass sie in Unterlunkhofen aufgewachsen ist, wo sie durchs Radio ihre Liebe zur Musik entdeckte. Schriftsteller Gion Mathias Cavelty, ein lustiger etwas kauziger Typ (geb.1974), erzählte, dass er einst Ministrant unter Bischof Wolfgang Haas war, und Bruder Gerold Zanoni, der schriftstellernde Mönch, erzählte von seinem neuen Buch «Treffpunkt Kloster Einsiedeln», wo er berühmte Kloster-Besucher porträtiert – Casanova, Regisseur Federico Fellini, Schauspieler Anatol Taubman, Fifa-Allmächtiger Sepp Blatter, Novartis-Boss Daniel Vasella, Sängerin Petula Clark.

Die herzige Poetry-Slam-Poetin Lara Stoll trat auf, und das junge Frölein da Capo (ihren wahren Namen kennt keiner, man sagt, sie heisst Irene), entdeckt von Michael von der Heide, eine begabte, schalkige Sängerin und Musikerin, die auch textet und komponiert. Sie kommt aus Willisau. Felix Schenker hat die Nase im Wind, auch was neue Talente betrifft. Viel Applaus kriegte Ruth Binde, die auf ein halbes Jahrhundert PR-Tätigkeit zurückblickt und handfeste Tipps gab zur optimalen Vermarktung von art-tv.



Karriere in Antwerpen


Karriere macht der junge Zürcher Aviel Cahn, Sohn des Opernkritikers Roger Cahn. Er ist 35, Intendant der Oper in Antwerpen (vorher war er in Bern). Schaffte es mit «Samson und Deliah»-Inszenierung auf die Titelseite Kulturteil der «New York Times».

Holt Noemi Nadelmann nach Antwerpen für «Wozzeck». Eine Inszenierung, in der auch Günter Missenhardt singt, der Ehemann von Agnes Baltsa. Auch Muhai Tang (Bild) wird bei ihm dirigieren. Aviel Cahn fühlt sich in Antwerpen pudelwohl. Er spricht bereits flämisch, hat eine Penthouse-Wohnung zwei Minuten von der Oper entfernt, schwärmt, dass man in Antwerpen ausgezeichnet essen kann und das Shopping phantastisch ist.


 

Kommentare:


hjlptx, 12.08.2010, 4:07

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ickpape, 12.08.2010, 1:29

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