Notizen zu Namen

Mai | Woche 22

Was einen Prinzen nach Bonstetten treibt


von Hildegard Schwaninger

Wenn der jüngste Milliardär der Welt ins schöne Säuliamt fährt und dort den Abend verbringt, dann muss etwas Spezielles los sein. In Bonstetten gibt es das Corvette Center, und dort reiste Dienstagabend Prinz Albert von Thurn und Taxis (im Bild mit Mutter Fürstin Gloira) an, um sich einen neuen Wagen zu kaufen. In der Garage von Kurt Huber stand die schwarze Corvette ZR1, auf die der Prinz anderthalb Jahre gewartet hatte.

Die Herstellung des ZR1, des stärksten Serienfahrzeugs, das GM je gebaut hat (647 PS), ist auf wenige Fahrzeuge beschränkt, Prinz Albert bekam das erste, das in Europa ausgeliefert wird. Er strahlt übers ganze Gesicht. Dann geht man Abendessen in den Löwen. Der Prinz fühlt sich wohl in der Runde, die vor allem aus Corvette-Fahrern besteht. Man kennt sich von Autorennen (der Prinz betreibt sie professionell).

Gastgeber Huber sorgt für lockere Atmosphäre, indem er von seinem Vater, der die Firma 1955 gründete, erzählt. Er ist Corvette-Fahrer mit Leib und Seele. Der Prinz trägt Jeans, Schuhe aus Wildleder und ein kostbares Hemd. Sein Blick ist direkt wie der seiner Mutter Gloria von Thurn und Taxis. Er hat Volkswirtschaft und Theologie studiert, im Juni wird er 26, und er ist sicher der begehrteste Junggeselle der Welt. Sein Hauptwohnsitz ist Regensburg, in Zürich hat er seit anderthalb Jahren eine Wohnung. Man sieht ihn hier manchmal in Speiselokalen. Den Kontakt zu Bonstetten stellte Marc Heierle her, ein Bankier aus Neuchâtel, der in Pfäffikon SZ wohnt und demnächst die gleiche Corvette wie Prinz Albert bekommt.

Am Schluss dankt der Prinz für den Abend, der «herzlich und gemütlich» war. Über Geld wird selbstverständlich nicht gesprochen. Das Vermögen des Prinzen wird vom «Forbes»-Magazin auf 2,3 Milliarden Dollar geschätzt. Die Corvette kostet 190 000 Franken. Laut Huber «ein Schnäppchen für das, was das Fahrzeug ist». Und der Prinz hat «keinen Spezialpreis bekommen».


Rive Gauche Terrasse

Alle reden vom Dolder Grand, doch was boomt, ist das Baur au Lac. Die Terrasse ist umgebaut und voll. Kleine Karte, teuer, aber vom Feinsten. Die Gäste elegant. Viele Oldtimer, die schon seit 30 Jahren hier sitzen, aber auch neue Gesichter. Das Personal umsichtig, freundlich und schnell. Der Wagenpark vor der Hoteleinfahrt eindrücklich wie der Autosalon in Genf.

Michel Rey, der Hoteldirektor, schreitet stolz durch sein Reich. Am Dienstagabend fand die grosse Eröffnungsparty statt. Leider im Regen.

Wolf Wagschal
(Bild mitte) organisierte sie – der Garant, dass sehr viele hübsche Mädchen kommen.



Fashion Recyceling


Was gibt es Erlösenderes, als ein paar Schuhe oder ein Kleid wegzugeben, die man seit Jahren (ungetragen) vor sich her schiebt? Ein paar Powerladys organisierten deshalb eine Entsorgungsaktion, wo man auch noch Kleingeld verdienen konnte.

Irene Hiltpolt (Werbung), Regina Decoppet (Style-Journalistin) und Manu Nieth (get abstract) luden zum Weekend für «Shopaholics». Im Geschäft des Inneneinrichters Ivan Colombo auf dem Hürlimann-Areal rissen sich die Frauen die Secondhand-Klamotten aus der Hand. Ein Dolce&Gabbana-Kleid, das weit über 1000 Franken gekostet haben muss, war für 60 Franken zu erstehen, Universitätsprofessorin Anne Kolb griff zu. Sie kam im Schlepptau ihrer Nachbarin Uli Rubner (Bild, Medien).

Man sah Schmuckdesignerin Beatrice Rossi, Lasalle-Geschäftsführerin Claudine Brunner. Sabine Parenti, bei der sich Frauen in vergleichbaren Shopaholic-Orgien mit Kaschmir eindecken, schaute vorbei und checkte die Konkurrenz. TV-Mann Kurt Schaad, Ex von Colombo-Mitinhaberin Karin Bollinger, einer der wenigen Männer ausser Ivan Colombo und Architekt Peter Kern, sass an der Bar und testete bei Weinconsultant Chandra Kurt Humagne blanche und rouge (5 Franken das Glas).


 

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